diDem bedeutet …*
Bei diDem geht es darum, mit welchen Perspektiven wir die Welt betrachten. Denn wir machen in dieser Welt sehr unterschiedliche Erfahrungen – das gilt auch für Berufsschulen.
Es gibt durchaus einige, die in Berufsschulen Diskriminierung erleben, aber nicht alle können sie als solche erkennen. Deswegen richten wir bei der Demokratieentwicklung unser Augenmerk darauf, wie in Berliner Berufsschulen Diskriminierung besser erkannt und abgebaut werden kann.
Diskriminierung hat viele negative Auswirkungen. Sie kann dazu führen,
- dass Menschen sich in ihrer Umgebung unwohl fühlen
- dass Menschen nicht gut lernen und arbeiten können
- dass Menschen nicht gefragt und nicht gehört werden
- dass Menschen sich nicht an demokratischen Prozessen beteiligen
Demokratieentwicklung und Diskriminierungskritik gehören bei diDem zusammen!
* Auf Arabisch bedeutet didem „mein Auge“, in Farsi heißt es „ich habe gesehen“. Und im Türkischen wird didem als Anrede und Zeichen von Wertschätzung genutzt im Sinne von „mein Schatz“.
Was wir tun
Wir unterstützen Berliner Berufsschulen, positive Demokratieerfahrungen im Schulalltag zu fördern und Diskriminierung entgegenzuwirken. Dabei konzentrieren wir uns auf längerfristige und nachhaltige Entwicklungen.
Aktuell liegen unsere Schwerpunkte in folgenden Bereichen:
1 Entwicklung von Diskriminierungsschutzkonzepten
Alle Berliner Schulen sind verpflichtet, Schutzkonzepte zu erstellen, die mindestens Schutz vor sexualisierter Gewalt bieten sollen – eine sehr wichtige und nicht einfache Aufgabe!
Wir haben ein neues Verfahren entwickelt, das bisherige Schutzkonzepte erweitert und alle Diskriminierungsformen einschließt. Dabei achten wir auf größtmögliche Beteiligung der gesamten Schulgemeinschaft.
Dieses Verfahren haben wir bereits in Einrichtungen erprobt und unterstützen aktuell mehrere Berliner Berufsschulen bzw. Fachschulen und Oberstufenzentren.
2 Schüler:innen und Auszubildende als Antidiskriminierungs-Buddies
Bei den Antidiskriminierungs-Buddies handelt es sich um einen neuen Peer-to-Peer-Ansatz. Schüler:innen und Auszubildende werden von uns fortgebildet und begleitet, um bei Diskriminierungsvorfällen zu beraten und zu unterstützen. Es werden Anlaufstellen in den einzelnen Berufsschulen geschaffen, an die sich betroffene Schüler:innen vertrauensvoll wenden können, um ihre Erlebnisse zu teilen und ggf. weitere Schritte zu gehen.
Die Antidiskriminierungs-Buddies werden von uns auch nach ihrer Fortbildung regelmäßig gecoacht und erhalten je nach Bedarf gezielte weitere Unterstützung.
3 Begleitung von Initiativgruppen
Wir begleiten Initiativgruppen einzelner Berufsschulen, die sich im Bereich diskriminierungskritischer Demokratieentwicklung auf den Weg machen möchten.
Solche Initiativgruppen bestehen möglichst aus Vertreter:innen verschiedener schulischer Gruppen (Lehrkräfte, Ausbilder:innen, Schüler:innen / Auszubildende, weitere pädagogische Fachkräfte und Schulsozialarbeit, Schul-/Abteilungsleitung, ggf. Verwaltung und technisches Personal).
Gemeinsam finden wir heraus, welche Ziele in der jeweiligen Berufsschule verfolgt werden sollen, wie möglichst viele Perspektiven einfließen können und welche konkreten Maßnahmen geeignet sind, um Entwicklungen in Gang zu bringen.
4 Beratung
Gerne beraten wir auch Einzelpersonen und Kleingruppen, die auf der Suche nach Ideen oder Lösungsansätzen sind. Die Anliegen können vielfältig sein. Sie können sich zum Beispiel auf konkrete Diskriminierungsvorfälle in der eigenen Schule oder in Ausbildungsbetrieben beziehen. Oder es kann um Vorhaben im Bereich von Beteiligungsfragen und Demokratieentwicklung gehen.
Wir können uns gern für ein Gespräch (am Telefon, online oder vor Ort) verabreden.
5Fortbildung
In der Regel sind Fortbildungen in längerfristige Entwicklungsprozesse von Berufsschulen integriert, die wir begleiten und beraten. Wir schauen dann gemeinsam mit den einzelnen Einrichtungen, welche Bildungsmaßnahmen an welcher Stelle und mit welchen Zielgruppen sinnvoll erscheinen.
Einzelne einmalige Fortbildungen sind die Ausnahme und werden von uns nur dann angeboten, wenn sie weitere Entwicklungen anstoßen sollen.
Stimmen
während der Entwicklung von Diskriminierungsschutzkonzepten
Tatsächlich ist es hochgradig interessant, wie zum Teil ähnlich, wie zum Teil unterschiedlich die Wahrnehmungen sind. Und wie wichtig und angenehm es ist, nicht beurteilt zu werden mit den eigenen Aussagen.
Mitglied einer Initiativgruppe
Ich fühle mich gestärkt, weil ich merke, ich bin nicht allein mit dem Thema. Ja, und ich kann eigentlich stolz sein, dass ich jetzt irgendwie was dafür getan habe, dass sich etwas verändert und nicht nur daneben saß und nichts getan habe.
Schüler:in/Auszubildende:r
Es ist beruhigend, dass das, was ich negativ erlebe, auch von anderen erlebt wird. Das macht Hoffnung auf gemeinsame Veränderungen.
Mitglied einer Initiativgruppe
Ich als ewiger Optimist: Es wurden mir die Augen geöffnet für Dinge, die ich echt nicht auf dem Radar hatte – echt krasse Sachen.
Pädagog:in / Ausbilder:in
Ich fühl mich jetzt ein bisschen entlastet. Weil jetzt ein Ventil offen ist, und ich bin froh, dass mir zugehört worden ist. Das sind halt Sachen, mit denen ich mich viel beschäftige.
Schüler:in/Auszubildende:r
Wir hatten viele Ideen für Veränderungen, das sind erste Schritte, um aus der Ohnmacht rauszukommen.
Pädagog:in/Ausbilder:in
Es wurde ein offener vertrauensvoller Raum geschaffen. Dadurch, dass wir jetzt Erfahrungen miteinander teilen, werden andere ermutigt, auch zu teilen!
Pädagog:in/Ausbilder:in
Mehr Stimmen anzeigen
Ich bin erleichtert, dass sich vielleicht doch auch mal wirklich was ändert. Und wenn wir es nicht mehr in unserer Schulzeit mitkriegen, dann haben es halt die nächsten Lehrjahre vielleicht ein bisschen entspannter als wir jetzt. Vielleicht wird es dann besser.
Schüler:in/Auszubildende:r
Das Wertvollste ist der Austausch, dass man nicht alleine ist. Ich dachte, es wäre eine einmalige Sache, die nur mir passiert. Aber jetzt weiß ich, ich bin nicht allein.
Pädagog:in/Ausbilder:in
Gut war, auch immer nach dem Positiven zu fragen. Dabei ist bewusst geworden, dass wir gar nicht so schlecht dastehen und schon viel bewegt haben.
Mitglied einer Initiativgruppe
Ich fand es cool, über Dinge zu reden und Dinge ansprechen zu können.
Schüler:in/Auszubildende:r
Kontakt
Sie haben Interesse an einer Zusammenarbeit
oder sehen Unterstützungsbedarf an Ihrer Berufsschule?
Dann kontaktieren Sie uns.
diDem
Diskriminierungskritische Demokratieentwicklung
in Berliner Berufsschulen
Ihre Ansprechpartnerin: Dorothea Schütze
dorothea.schuetze@didem-berlin.de
Tel: 01577-9225275
diDem ist ein Projekt von:

I.D.E – Institut für Demokratieentwicklung
Ein wesentlicher Arbeitsschwerpunkt des I.D.E liegt in der „Demokratischen Schulentwicklung“ einem spezifischen Organisationsentwicklungskonzept, bei dem es um den Auf- bzw. Ausbau von demokratischen Strukturen und Gestaltungsräumen geht. Dieser Schulentwicklungsansatz soll den Dialog unter schulischen Akteur:innen fördern, positive Demokratieerfahrungen ermöglichen und präventiv gegen demokratiefeindliche Tendenzen in der Gesellschaft wirken. Wesentlich hierfür sind ein diskriminierungskritisches Vorgehen sowie der Abbau möglicher Barrieren, um eine größtmögliche Beteiligung und Vielfalt an Perspektiven in den schulischen Entwicklungsprozessen zu gewährleisten.
Das Projekt diDem wird gefördert durch das Berliner Landesprogramm „Demokratie. Vielfalt. Respekt. Gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus“ der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung.